Was man für die Ferien in der Türkei wissen sollte:
Ferien in der Türkei können mit Sicherheit ein Abenteuerurlaub der besonderen Art werden. Als Brücke zwischen Europa und Asien, bietet die Türkei eine Vielfalt an Naturlandschaften, Buchten, Strände, romantische Dörfer und aufregende Metropolen. Kultur- und Unterhaltungsprogramme befinden sich in einem aphrodisierendem Wechselspiel. Der Sonnenliebhaber, der Wassersportler, der Kulturfanatiker und der Golfspieler - für alle ist die Türkei als Sonnenland der Vielfalt vorbereitet. Seien Sie gespannt!
Die Türkei ist nicht nur ein Land der Vielfalt, sondern auch ein Land der Gegensätze. Während im Westen des Landes westlicher Einfluss gerade bei jungen Menschen ein Hauptphänomen ist, so sind Tradition und konventionelle Sitten im Osten des Landes immer noch aktuell. In einem muslimischen Land ist die Situation der Frau immer noch ein brisantes Thema über die man auch als Tourist und Türkeiliebhaber Bescheid wissen sollte. Allgemein gilt immer noch, daß Frauen - und das überall in der Welt - als die meist unterdrückte gesellschaftliche Gruppe gilt. Je nach ökonomischen und sozialen Bedingungen, kann die Situation der Frau, speziell in der Türkei sehr unterschiedlich sein.
Mit dem Beginn der Republik, 1923, ist eine allgemeine rechtliche Gleichstellung der Frau festgelegt worden. Trotzdem sind viele Frauen von einem unabhängigen und freiem öffentlichen Leben immer noch ausgeschlossen. 1925 wurde beschlossen, daß es keine Schleierpflicht mehr geben sollte, Polygamie wurde verboten und Mann und Frau sollten bei allen rechtlichen Angelegenheiten gleichgestellt sein. In der Praxis jedoch haben die neuen Regelungen entweder wenig Anklang gefunden, oder sie werden so gut wie gar nicht beachtet.
Auf dem Land hat sich die Gleichstellung der Frau am wenigsten durchgesetzt. Lesen und Schreiben - sprich der Schulbesuch - wird den Jungen und Männern vorbehalten. Die Achtung der Frau liegt darin, wieviele Kinder, vorallem Söhne, sie gebährt. Entscheidungen werden vor der Ehe vom Vater, nach der Ehe vom Ehemann, getroffen. Die Wahl des Ehepartners fällt auch oft auf die Familie der Frau zurück. Einsprüche und Widersetzung sind zwecklos. Die Frau muss außerdem als Jungfrau in die Ehe gehen, ist dies nicht der Fall, folgt die Verstoßung. Gnade gibt es bei traditionellen Familien nicht. Die Frau ist dann auf sich alleine angewiesen und muss um ihr überleben kämpfen.
In den Städten ist die Lage der Frau nicht immer sehr viel besser. Da der westliche Einfluß hier sehr viel größer ist, scheint die Frau hier mehr Freiheiten zu haben. Im Vergleich zum westlichen Europa, ist die Ausbeutung und Unterdrückung der Frau jedoch immer noch sehr präsent. Arbeitsbedingungen sind härter, kulturelle und moralische Unterdrückung gehört zur Tagesordnung und wird von allen Frauen oft einfach hingenommen. Außerdem müssen geringere Bezahlungen und niedrigere Positionen hingenommen werden. Verliert eine Frau ihre Arbeit, so wird sie nicht als arbeitslos registriert. Die arbeitende Frau gilt als Ausnahme. Ein Frau, die nicht arbeitet, ist eben Hausfrau und kümmert sich um das Haus und Kinder. Dies wird in der türkischen Gesellschaft als selbstverständlich angesehen.
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